von Jan Ledóchowski

In einer Zeit, in der die Fundamente Europas und seiner vielfältigen Gesellschaften stärker denn je hinterfragt werden, hat das gemeinsame Projekt von Plattform Christdemokratie und der Evangelischen Allianz Wien eine besondere Dringlichkeit. Es soll Licht in das weltanschauliche Fundament der Kandidaten für die kommende EU-Wahl am 9. Juni bringen, um so christlichen Wählern eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu bieten. Deshalb haben wir den Kandidaten aller Parteien acht Fragen als Wahlprüfsteine geschickt. 

 

Bedeutung des Engagements

Das politische Engagement ist für uns Christen nicht nur ein Recht, sondern eine Pflicht. Der Leitsatz von Viktor Frankl war: „Wer ein Warum zu leben hat, erträgt fast jedes Wie.“ Dieses „Warum“ finden wir Christen in unserem Glauben, der uns anhält, nicht nur Zeugen des Glaubens, sondern auch Gestalter der Gesellschaft zu sein. In einer Welt, in der christliche Werte zunehmend an den Rand gedrängt werden, ist es entscheidend, dass wir Christen unsere Stimme erheben und aktiv am politischen Prozess teilnehmen. Wie es in Matthäus 5,13-14 steht: „Ihr seid das Salz der Erde… Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berge liegt, kann nicht verborgen sein.“

Das Projekt: Ein Dialog über Grundwerte
Gemeinsam haben wir Kandidaten aller politischen Richtungen eingeladen, Stellung zu den Kernthemen des christlichen Glaubens zu nehmen: Lebensschutz, Schutz der Familie, Leihmutterschaft, Genderideologie etc. Zudem wollten wir ihre Vision für Europa ergründen. Diese Themen spiegeln die zentralen Säulen wider, auf denen das ethische Fundament unserer Gesellschaft ruht. Die Antworten der Kandidaten wurden  auf den Webseiten der Plattform Christdemokratie  und der Evangelischen Allianz Wien veröffentlicht.

Ein Werkzeug für informierte Entscheidungen
Dieses Projekt soll christlichen Wählern ermöglichen, eine informierte Wahlentscheidung zu treffen. Es geht darum, die Vorzugsstimmen gezielt jenen Kandidaten zu geben, die sich nicht nur zu Christus bekennen, sondern die auch bereit sind, christliche Werte in der politischen Arena zu verteidigen und zu fördern. Wir leben in keiner idealen Utopie, ganz sicher nicht in einem politischen Sinne. Das hat auch der Philosoph Nicola Gomez Davila beobachtet „Die Politik ist nicht die Kunst die besten Lösungen durchzusetzen, sondern die schlechtesten zu verhindern.“ Unsere Initiative folgt dieser Logik, indem sie Transparenz schafft und ermöglicht, dass Werte gelebter Glaube werden.

Warum gerade jetzt?
Europa steht an einem Scheideweg. Die Entscheidungen, die heute getroffen werden, formen die Zukunft unserer Kinder und Enkel. Als Christen haben wir die Verantwortung, nicht nur für das Seelenheil, sondern auch für das gesellschaftliche Wohl zu wirken. Robert Schuman, ein Gründervater der Europäischen Union, betonte stets die christlichen Wurzeln der Demokratie und die Bedeutung des Christentums für die politische Kultur Europas: „Die Demokratie verdankt ihre Existenz dem Christentum. Sie entstand an dem Tage, als der Mensch dazu berufen wurde, in seinem zeitlichen Leben die Würde der menschlichen Persönlichkeit durch individuelle Freiheit, durch die Achtung der Rechte jedes einzelnen und durch die Ausübung brüderlicher Liebe gegenüber allen zu verwirklichen.“

Aufruf zum Handeln
Wir laden jeden christlichen Wähler ein, sich aktiv zu informieren und seine Stimme nicht nach Parteilinien, sondern nach christlichen Überzeugungen zu vergeben. Es ist unsere christliche Verantwortung, nicht passiv zu bleiben, sondern aktiv diejenigen zu unterstützen, die sich für die Werte einsetzen, die wir teilen.
Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass unsere Stimmen gehört werden und dass unsere Werte die Richtung weisen.