Wiener Gemeinderat verurteilt einstimmig weltweite Christenverfolgung

eXXpress Beitrag vom 25.11.2021

Erstmalig konnten sich am Donnerstagabend alle Parteien im Wiener Gemeinderat auf einen gemeinsamen Antrag zur Verurteilung der weltweiten Christenverfolgung einigen. “Angesichts der Übergriffe gegen Gläubige und gegen Gotteshäuser ist dieses Bekenntnis wichtig und angebracht”, zeigt sich GR Caroline Hungerländer (ÖVP) erfreut.

Der einstimmig beschlossene Antrag verurteilt die weltweite Verfolgung von Christen und anderen religiösen Minderheiten. Auch verpflichtete sich die Stadt im Rahmen ihrer Möglichkeiten zum Schutz von religiösen Minderheiten vor Gewalt, Diskriminierung und Beschränkung der Meinungsfreiheit. “Dieser Schulterschluss zeigt, dass die Abgeordneten die weltweite Christenverfolgung ernst nehmen und die Stadt Wien ihr Möglichstes tut um eine sichere Heimat für religiöse Minderheiten zu sein”, zeigt sich die ÖVP über die parteiübergreifende Zustimmung erfreut.

“Die weltweite Christenverfolgung ist ein Faktum und darf nicht verschwiegen werden. Dieser Beschluss trägt dazu bei, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren und Diskriminierung und Verfolgung sichtbar zu machen”, so die ÖVP-Politikerin Caroline Hungerländer. “Ein Christ zu sein war noch sie so gefährlich wie heute. Extremistischen Ideen wie dem ‘Politischen Islam’ muss entschieden entgegengetreten werden”, betonte auch Maximilan Krauss von der FPÖ. “Wir freuen uns über die gemeinsame Initiative und die Zusammenarbeit”, kommentierte der NEOS-Politiker Thomas Weber.

Vlnr: Abg. Taborsky (ÖVP), Bakos (NEOS), Weber (NEOS), Rompolt (SPÖ); Hungerländer (ÖVP), Kunrath (Grüne), Florianschütz (SPÖ), Aslan (Grüne), Matiasek (FPÖ), Krauss (FPÖ), Baxant (SPÖ), Sachslehner (ÖVP) SPÖ-Klub Rathaus/ Gwendolin Melchart

Fakten zur Christenverfolgung aus dem Weltverfolgungsindex 2021 von Open Doors
Die Covid-19-Pandemie verstärkt den Verfolgungsdruck: Auch die Pandemie verschärft die prekäre Situation von Christen. In mehreren Ländern wurden Christen als Verantwortliche der Pandemie diffamiert und sie wurden bei der Versorgung mit Hilfsgütern übergangen.

Islamistische Gewalt macht Subsahara-Afrika zur tödlichsten Region für Christen:
Gegenüber dem Vorjahr wurden bis zu 30 Prozent mehr gewaltsame Übergriffe dokumentiert. Mehrere hundert nigerianische, meist christliche Dörfer wurden von Fulani-Hirten überfallen, Christen ermordet und Kirchen zerstört. Boko Haram und der IS Westafrikanische Provinz (ISWAP) führten rund 400 gewaltsame Angriffe allein im Norden Kameruns (Weltverfolgungsindex Rang 42) aus.

Ausbau des Überwachungsstaates – Kontrolle von Christen bis in den Privatbereich: China (Weltverfolgungsindex Rang 17) verstärkt, auch mittels Gesichtserkennungssoftware, die Überwachung der Online- und Offline-Aktivitäten christlicher Gemeinden, angeblich zur Eindämmung von Covid-19. Christen in mehreren Provinzen droht die Streichung von Sozialleistungen wie Renten, wenn sie christliche Bilder und Kreuze in ihren Wohnungen nicht durch Bilder von Präsident Xi Jinping ersetzen. Wer nicht Xi Jinping über Gott setzt, wird durch das landesweite “Social Credit System” bestraft. Bei Razzien wurden Bibeln und weiteres Eigentum von Christen aus staatlich registrierten sowie nicht registrierten Kirchen beschlagnahmt und Kirchenleiter verhaftet. Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren ist die Teilnahme an christlichen Veranstaltungen verboten. Das Regime lässt die Bibel gemäß sozialistischer Kernwerte umschreiben. Christen sehen sich vermehrt gezwungen, ihre Versammlungen “im Untergrund” abzuhalten.

Religiöser Nationalismus durch Regierungen und Mehrheitsreligionen nimmt weiter zu: In Indien greifen gewalttätige hindunationalistische Mobs Christen an und setzen die von der Regierung verbreitete Ideologie “jeder Inder muss ein Hindu sein” durch. Tausenden Krankenhäusern, Schulen und kirchlichen Organisationen, die von Christen geführt werden, wurde die finanzielle Unterstützung aus dem Ausland verboten. In der Türkei hat Präsident Erdogan den nationalistischen Anspruch des Islam auch damit verdeutlicht, dass die Hagia Sophia wieder in eine Moschee umgewandelt wurde. Mehr als 50 ausländischen Christen, viele davon Leiter, wurden in den letzten zwei Jahren die Aufenthaltsgenehmigungen oder Visa verweigert.

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