Ehe für alle heißt Kinder für alle – Schweiz stimmt ab

Die Schweizer entscheiden am Sonntag, dem 26. September über die Vorlage ‚Ehe für alle‘. Ihr Ziel ist die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. Gegen diese Vorlage wurde das Referendum ergriffen.

Zurzeit ist es in der Schweiz bereits möglich, eine eingetragene Partnerschaft einzugehen. „Mit der ‚Ehe für alle‘ sollen gleichgeschlechtliche Paare künftig zivil heiraten“ und gemeinsam ein Kind adoptieren dürfen. Außerdem sollen verheiratete Frauenpaare Zugang zur gesetzlich geregelten Samenspende erhalten.

Den Abstimmungstext, Meinungen der Parteien & ein kurzes Erklärvideo zu den geplanten Änderungen finden Sie unter folgenden Link.

Quelle: https://www.srf.ch/news/abstimmungen/ehe-fuer-alle/auf-einen-blick-die-ehe-fuer-alle-kurz-erklaert

 

Recht auf ein Kind vs. Recht auf Mutter & Vater

In der SRF-Sendung ‚Abstimmungs-Arena‘ zur Ehe für alle wurden im Vorfeld des Referendums zahlreiche Argumente ausgetauscht. Hier können Sie die gesamte Diskussion nachsehen (Untertitel können eingeschalten werden).

Für Bundesrat und Parlament vertrat in der Diskussion Justizministerin Karin Keller-Sutter die Vorlage. Ihrer Meinung nach sind Gegner der Homo-Ehe keinesfalls rückständig. Die Parlamentsvertreterin betont jedoch, dass ein liberaler Rechtsstaat alle Menschen vor dem Gesetz gleich behandeln muss. Es gäbe keinen Grund, „einen zivilrechtlichen Vertrag, den zwei Menschen schließen, nur auf Mann und Frau zu beschränken“. Die Leihmutterschaft lehnt sie klar ab, denn „es gibt kein Recht auf ein Kind“.

Ein weiterer Diskussionsteilnehmer widerspricht an späterer Stelle und bringt ins Spiel, dass Gleichberechtigung nicht bedeutet, dass alle Rechtsformen gleich sein müssen.

Andrea Geissbühler, Nationalrätin (SVP/BE), sprach sich für die existierende eingetragene Partnerschaft als Heiratsform für gleichgeschlechtliche Paare aus: „Heutzutage hat niemand mehr etwas gegen Gleichberechtigung im Zusammenleben von zwei Menschen.“ Aus ihrer Sicht ist es unverständlich, warum zuerst die eingetragene Partnerschaft gefordert wurde, wenn das Ziel jetzt ohnehin die gleichgeschlechtliche Ehe ist.

Die Mutter von drei Kindern lehnt die Einführung der Homo-Ehe jedoch ab, denn sie führe über die Hintertüre direkt zum ‚Recht auf ein Kind‘. Sie stellt klar: „Kinder für alle – Das wäre der richtige Titel, damit wir über den wirklichen Inhalt dieser Gesetzesänderung sprechen können.“ Für Kinder sei es zentral die Identität von Vater und Mutter zu kennen.

 

Wenn man die Ehe öffnet, schafft man sie eigentlich ab

Regula Lehmann, Leiterin Familienprojekte Stiftung Zukunft CH; macht ein spannendes Statement: „Wenn man die Ehe öffnet, schafft man sie eigentlich ab.“

Zudem betont sie: „Wir wissen, dass Kinder, die bei nicht leiblichen Elternteilen aufwachsen, sehr viel häufiger Missbrauch erleben. Das Risiko für Missbrauch steigt. Missbrauch ist eine der Hauptursachen für psychische Erkrankungen und Suizidalität. Ich verstehe nicht, dass Bundesrat und Parlament vorschlagen, Beziehungsformen zu fördern, in denen nicht leibliche Elternteile Kinder aufziehen. Damit gibt man den Wünschen, den Interessen und dem Druck der LGBT mehr Gewicht als dem Kindesschutz. Wir leben in einer Zeit…, in der wir uns für Kinderrechte und Kinderschutz einsetzen.“

Die gesamte Sendung finden Sie unter folgendem Link.

Quelle: https://www.srf.ch/play/tv/arena/video/abstimmungs-arena-zur-ehe-fuer-alle?urn=urn:srf:video:647246ef-7412-4cc3-b082-52c8c7bdb13e&aspectRatio=16_9

 

Väter aus Gesetz gestrichen

Im deutschen BILD-Format „Viertel nach Acht“ war das Schweizer Ehe-Gesetz ebenso Thema.

„Gestrichen, ausradiert, weggekippt, entsorgt: Im schweizerischen Gesetz zur ‚Ehe für alle‘ kommt das Wort Vater nicht mehr vor. Die Mutter gibt es noch, aber das Wort Vater sucht man vergebens. Stattdessen heißt es: ‚Elternteil‘ oder ‚Samenspender‘“ lautete die Video-Beschreibung.

„Das ist ein unglaublicher Affront. Ich bin vierfacher Vater. Ich werde jetzt von diesem feministischen Wahnsinn als Mann zurückgestuft – vom Vater zum Samenspender, zu einer Art Nutztier, zu einem zertifizierten Zuchttier…“ hält Roger Köppel als Einleitungsstatement fest.

 

„Wir beschäftigen uns inzwischen in unseren politischen extrem elitären Bubbles mit Themen, die alle nur noch auf eine Sache hinweisen: Wir kennen keine Probleme mehr“ meint dazu Bild-Chef Julian Reichelt.

„Vielleicht ist das so eine Ersatzhandlung. Um sich mit den wirklichen Problemen nicht beschäftigen zu müssen, reden wir uns neue Probleme ein“ fasst Claus Strunz zusammen.

Video & Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=DnmG2nLruEA

 

Kinder-Produktion

Der Artikel „Ehe für alle? Nein“ von Roger Köppel erschien am 15.09.2021 im Schweizer Wochenmagazin „Die Weltwoche“. Einige Auszüge möchten wir hier wiedergeben (zum ganzen Artikel hier).

Gestern waren die Väter alles, heute sind sie weniger als nichts. Buchstäblich. «Ehe für alle» bedeutet, dass die Väter überflüssig werden. Man braucht sie nicht mehr als Väter, nur noch als «Elternteil» oder als «Samenspender», als eine Art zertifiziertes Zuchttier, dem unter Aufsicht der Behörden seine Spermien abzugeben gestattet ist, die irgendwo bei irgendwem auf eine möglicherweise vorausgewählte, genetisch bereits optimierte Eizelle stossen, um dort dann ein Embryo zu produzieren, das, sofern es vorher nicht doch noch abgetrieben wird, zu einem Kind heranreift…“

„Die Väter braucht’s nicht mehr. Und auch die Mütter werden als «Elternteil» entbehrlich, wenn die Kinder aus dem Reagenzglas oder geliehenen Bäuchen kommen. Immerhin: Wenn ich achtzehn Jahre alt werde, kann ich auf der Samenbank im Register nachschauen, wer seinerzeit in ein Plastikfläschchen ejakulierte, um mich hervorzubringen…“

Kinder ohne Sex: Die Nachfrage wird sprunghaft steigen. Es ist eine Frage der Zeit, bis man die Leihmutterschaft auch in der Schweiz zulässt…“

Den gesamten Artikel finden Sie unter folgendem Link.

Quelle: https://www.weltwoche.ch/ausgaben/2021-37/diese-woche/ehe-fur-alle-nein-die-weltwoche-ausgabe-37-2021.html

 

Weiterführende Links:

https://ehefueralle-nein.ch/

Offizielle Website des überparteilichen Abstimmungskomitees „Nein zur Ehe für alle“

 

https://www.ehefueralle.ch/

Komitee Ehe für alle (Zusammenschluss von sechs LGBT-Trägerorganisationen)

 

Aktualisierung (27.09.2021):

„Nach Auszählung der Stimmen aus allen 26 Kantonen waren 64,1 Prozent der Wählerinnen und Wähler für die Zulassung der Eheschließung von lesbischen und schwulen Paaren…“ berichteten die Salzburger Nachrichten im Artikel „Schweizer stimmten für ‚Ehe für alle‘“.

Quelle: https://www.sn.at/politik/weltpolitik/schweizer-stimmten-fuer-ehe-fuer-alle-109998949

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